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Die Ruinen von Hierapolis

Das antike Griechenland hat, genauso wie die alten Ägypter und das römische Reich, die Entwicklung Europas maßgeblich geprägt.

Berühmte griechische Philosophen, wie etwa Aristoteles, und griechische Dichter, wie zum Beispiel Homer, werden auch heute noch gelesen und sind vielfach genannt. Der berühmteste Arzt im antiken Griechenland war Hippokrates. Alle, die heute Ärzte werden wollen, müssen seinen Eid (in etwas modernerer Form) schwören - den Eid des Hippokrates. Auch das Symbol, das auf allen Apothekenschildern zu sehen ist, die Äskulapnatter, geht auf das antike Griechenland zurück.

Inhaltsverzeichnis

In grauer Vorzeit

Die ersten Siedlungen auf griechischem Gebiet entstanden zwischen 11 000 (elftausend) und 3 000 (dreitausend) vor Christus. Damals herrschte die Steinzeit. Die Menschen fertigten Steinwerkzeuge an und begannen die ersten Felder zu bewirtschaften.

Es entstanden die ersten Siedlungen. Manche waren Fischerdörfer, in manchen wurde hauptsächlich Steinwerkzeug hergestellt und wieder andere Siedlungen bestanden zu einem Großteil aus landwirtschaftlichen Betrieben. Einige Siedler zog es auf das Meer hinaus und sie begaben sich auf Expeditionen (Forschungsreisen).

Das Land war sehr fruchtbar (Oliven- und Weinberge und ähnliches) und schnell interessierten sich auch Händler für die Regionen. Die Entwicklung ging weiter. Erste Religionen entstanden. Ein Zeichen dafür war, dass den Verstorbenen Grabbeigaben in ihre letzten Ruhestätten gelegt wurden. Die ersten Werkzeuge, Gefäße und Schmuckstücke aus Metall wurden ab etwa 3 000 v. Chr. gefertigt. Es herrschte die Bronzezeit.

Um 2 000 (zweitausend) v. Chr. entstanden die ersten großen griechischen Kulturen:

  • die minoische Kultur auf Kreta,
  • die mykenische Kultur auf dem Festland und
  • die Kykladenkultur auf den ägäischen Inseln.

Das Bevölkerungswachstum und der Handel blühten. Vor allem die Kykladen wurden zum wichtigsten Handelszentrum zwischen Asien und Europa. Die Kultur entwickelte sich sehr rasch. Es wurden beeindruckende Paläste gebaut, wie etwa in Knossos auf Kreta. Auch die Macht und der politische Einfluss der Siedlungen wuchsen stark an.

Die minoische Kultur

Die minoische Kultur war die früheste europäische Hochkultur. So gab es auf Kreta bereits erste Straßen und ein weitläufiges Wasser- und Kanalsystem. Der Wohlstand der Minoer war unvergleichbar. Die Frauen der Gesellschaft waren den Männern durchaus gleichgestellt und gleichberechtigt.

Auf Kreta wurden riesige Palastanlagen gebaut, deren Räume scheinbar keine festgelegte Anordnung hatten. Diese Anlangen verfügten über (für damalige Verhältnisse) gigantisch große Vorratsräume - ein Zeichen dafür, dass Kreta zu dieser Zeit ein Handelszentrum darstellt. Die verwinkelten Räumlichkeiten erschienen späteren Betrachtern wie Labyrinthe. Möglicherweise war das die Grundlage für die griechische Sage des Minotaurus, ein Wesen halb Stier, halb Mensch. Der Minotaurus lebte in einem Irrgarten und es wurden ihm Jungfrauen geopfert, um ihn milde zu stimmen. Der Sage nach wurde der Minotaurus von dem griechischen Helden, Theseus, getötet.

Die Paläste der Minoer wurden übrigens ganz ohne militärische Befestigung gebaut. Die Bewohner fühlten sich sicher. Es herrschte keine Gefahr durch die Ureinwohner Kretas. Die Minoer verfügten außerdem über eine große Flotte, die nicht nur für den Seehandel nützlich war.

Um 1 700 (eintausendsiebenhundert) v. Chr. wurden beinahe alle Paläste der Insel durch ein Erdbeben zerstört. Doch die Minoer verzweifelten nicht, sondern erbauten die Städte noch prächtiger als die Alten.

Aber eine zweite Katastrophe ereilte die Inselbewohner nur 250 Jahre später: ein Vulkanausbruch. Abermals wurden fast alle kretischen Paläste zerstört. Das war der Beginn des Untergangs der minoischen Kultur.

Die mykenische Kultur

Nach dem Untergang der Minoer gewann die mykenische Kultur an Einfluss. Die bedeutendste Stadt der Mykener war Mykene. Die Städte der Mykener waren, im Gegensatz zu denen der minoischen Kultur, unabhängig voneinander. Anders als die Paläste der Minoer waren die Burgen der Städte richtige Bollwerke. Sie waren von dicken Mauern geschützt. Der Sage nach sollen Zyklopen (einäugige Riesen) diese Burgen erbaut haben, da Menschen nicht in der Lage gewesen wären, Steine solchen Ausmaßes zu bewegen.

Mykene war zwischen etwa 1.600 (eintausendsechshundert) und 1.200 (eintausendzweihundert) v. Chr. das Zentrum Griechenlands. Die Stadt lag nahe der Landenge zwischen der griechischen Halbinsel und dem Norden Griechenlands.

Die griechischen Götter und die Mythologie, die sich um Zeus, seine Geschwister und Nachkommen rankt, haben ihre Wurzeln in der mykenischen Kultur. Dazu aber später noch ein wenig mehr.

Die mykenische Kultur fand ihr Ende um etwa 1 050 (eintausendfünfzig) v. Chr.. Für den Untergang der kulturellen Zentren (Städte) gab es mehrere Ursachen wie Kriege, den Ausfall von Handelspartnern aus dem Osten, sowie Bauernaufstände und Erdbeben.

Einer der bekanntesten Herrscher von Mykene war übrigens Agamemnon. Die Frau seines Bruders Menelaos, die schöne Helena, soll der Sage nach von dem griechischen Helden Paris nach Troja entführt worden sein. Dem Mythos nach war diese Tat der Grund für den Beginn des Trojanischen Krieges.

Götterkult

Zeus, Hera, Poseidon und Hades sind wahrscheinlich die heute noch bekanntesten Götter der alten Griechen. Sie hatten göttliche Macht über ganz unterschiedliche Bereiche, aber auch sehr menschliche Schwächen wie etwa Eifersucht und Zorn. Die Götter mussten dem Glauben nach durch Gaben und Opfer immer wieder milde gestimmt werden. Doch woher kamen die Götter?

Im alten Griechenland wurde geglaubt, dass sich zu Beginn Himmel und Erde vereinigten. Aus der Vereinigung wurden Kronos und Rhea geboren. Diese Beiden waren die Eltern der großen Götter des antiken Griechenlands:

  • Zeus, der Herrscher über Himmel und Erde
  • Hera, die Frau von Zeus und Beschützerin der Ehe und der Frauen
  • Poseidon, der Herr über das Meer
  • Hades, der Herr der Unterwelt
  • Demeter, die Göttin der fruchtbaren Erde und
  • Hestia, die Göttin des Herdes

Neben diesen Hauptgöttern gab es auch eine ganze Menge „Nebengötter", die Kinder der Hauptgötter.

Von den alten Griechen wurden aber nicht nur die Götter verehrt, sondern auch Helden. Die Helden des antiken Griechenlands stammen, dem Glauben nach, ebenfalls von den Göttern ab. Jedoch war ein Elternteil ein Mensch. Diese Helden waren also Halbgötter.

Einige der bekanntesten Helden der griechischen Mythologie waren: Achill (Sohn des Königs Peleus und der Meeresgöttin Thetis). Sein Merkmal war die Unverwundbarkeit am ganzen Körper mit Ausnahme der Achillessehne.

Herakles (bei den Römern Herkules genannt), der uneheliche Lieblingssohn von Zeus und Held sehr vieler Abenteuer.

Odysseus, der Seefahrer, der von Poseidon immer wieder davon abgehalten wurde, zu seiner Frau zurückzukehren. Seine Fahrten wurden später als „Die Irrfahrten des Odysseus" bekannt.

Zwar haben die römischen Götter andere Namen, ihr Ursprung findet sich aber in der griechischen Mythologie wieder. Die römischen Götter haben auch ähnliche Bedeutungen wie ihre griechischen Vorbilder.


Die Antike

Nach dem Untergang der mykenischen Kultur begann die Zeit des antiken Griechenlands. Bereits in der mykenischen Kultur gab es einige wenige Städte, die voneinander unabhängig waren. Diese Form der selbstregierten Städte wurde weitergeführt. Die vorherrschende Staatsform waren nun Stadtstaaten (Polis), die vom gewählten Adel regiert wurden. Könige verloren immer mehr an Bedeutung. Nach und nach entwickelte sich eine Art Demokratie, in der sogenannte Vollbürger Mitbestimmungsrechte hatten. Wie viel das Volk bestimmen durfte, hing allerdings von der jeweiligen Polis ab. Jede hatte ihre eigenen Regeln.

Die Griechen verfügten ja bereits seit vielen hundert Jahren über eine starke Flotte. Doch erst zwischen 750 (siebenhundertfünfzig) und 550 (fünfhundertfünfzig) v. Chr. begannen die einzelnen großen Polis wie Athen und Sparta Kolonien im Schwarzmeer- und Mittelmeergebiet zu gründen. Die neugegründeten Städte waren, genau wie die jeweilige „Mutterstadt" unabhängig. Gründe für die Kolonisation waren unter Anderem die Sicherung von Handelswegen, Überbevölkerung und dadurch wiederkehrende Unruhen in den Polis.

Sparta

Auf dem griechischen Festland begannen unterdessen die verschiedenen Polis sich gegenseitig zu bekriegen. Das Ziel war, eine Vormachtstellung zu erlangen. „Sieger" der Kämpfe war Sparta (ab etwa 640 v. Chr.).

Die Spartaner waren ein sehr kriegerisches Volk. Schon von Kindesalter an wurden sowohl Jungen als auch Mädchen auf den Krieg vorbereitet. Sie wurden zu grausamen Kriegern ausgebildet, die nur zur Übung einmal pro Jahr Jagd auf ihre Sklaven (die Heloten) machten. Die Spartaner hatten einen sehr einfachen Lebensstil. Der heute noch gebräuchliche Ausdruck „spartanisch" geht auf diese Lebensführung zurück. So wird beispielsweise die Beschränkung von Einrichtung eines Zimmers auf das Notwendigste als spartanisch bezeichnet.

Zwar hatte die Polis Sparta die Vormacht über die restlichen Polis, trotzdem führten sie weiterhin Kriege um an die Reichtümer der Stadtstaaten zu kommen. Der Reichtum vertrug sich allerdings nicht mit ihrem gewohnten, einfachen Leben. Es kam zu Betrügereien, Neid und Missgunst. Auch die Beschaffung politischer Vorteile gehörte zu den neuen Gewohnheiten des Volkes. Der ursprüngliche Gedanke des Volkes war nämlich, dass alle gleich sind. Nun dachten also einige, sie wären „gleicher" als andere. Das führte letztlich zum Untergang des Volkes, auch wenn es bis dahin noch einige Jahrzehnte dauern sollte.

Sparta mischte sich auch in die Angelegenheiten anderer Stadtstaaten ein, was diesen natürlich nicht besonders gefiel. Deshalb verbündeten sie sich. Theben besiegte schließlich das bis dahin unbesiegbare Sparta in der Schlacht von Leuktra im Jahr 371 v. Chr..

Alexander der Große

Sieger dieser ganzen Auseinandersetzungen war eigentlich Makedonien. Denn König Philipp II. von Makedonien schaffte es, nach dem Fall von Sparta die Vormachtstellung in Griechenland zu erhalten. Als er auch Athen und Theben im Jahr 338 v. Chr. besiegte, vereinte er die griechischen Polis im Korinthischen Bund miteinander und wurde dessen Führer. Die einzige Polis, die diesem Bund nicht angehörte, war Sparta.

Noch bevor sich König Philipp II. aufmachen konnte um gegen Persien zu kämpfen, wurde er 336 v. Chr. von seinem Leibwächter umgebracht. Es ist nicht sicher, ob sein Sohn, Alexander bei diesem Komplott gegen Philipp ebenfalls seine Finger im Spiel hatte. Auf jeden Fall übernahm er den Platz seines Vaters auf dem Thron von Makedonien.

Zwei Jahre nach der Machtübernahme startete Alexander, der später der Große genannt wurde, den bereits von Philipp geplanten Feldzug gegen Persien. Nichts konnte ihn aufhalten. In wichtigen, eroberten Städten ließ er einflussreiche Vertraute zurück um die Stadtverwaltung zu übernehmen. So sicherte er seine Herrschaft in diesen Städten und sorgte gleichzeitig für Nachschub von Verpflegung für seine Truppen.

In Babylon, der persischen Hauptstadt, und in Susa wurde Alexander zum neuen Großkönig ausgerufen. Beide Städte öffneten kampflos ihre Tore.

Nach der Eroberung Persiens zog Alexander der Große mit seinen Truppen gegen Indien. Auf diesem Feldzug wurde Alexander so schwer verletzt, dass viele schon glaubten, er wäre gestorben.

Doch 324 v. Chr. kehrte er nach Persien zurück. Alexander wollte das Persische Volk mit den Makedoniern verschmelzen und veranstaltete in Susa eine Massenhochzeit. Auf diesem Fest wurden insgesamt etwa 10.000 (zehntausend) Soldaten und Gefolgsleute Alexanders mit persischen Frauen verheiratet. Auch Alexander vermählte sich. Seine Frau war Stateira, die Tochter des eroberten Herrschers von Persien, Dareios.

Leider konnte Alexander die Verbindung der Völker nicht mehr erleben. Denn am 13.6.323 v. Chr. starb er in Babylon.

Das Römische Reich

Nach dem Tod Alexanders versuchte Athen die Vorherrschaft über Griechenland zu erringen. Doch Athen blieb erfolglos. Politisch erlangten einzelne Bündnisse immer mehr Bedeutung. Diese Bündnisse, die etwa mit frühen Bundesstaaten vergleichbar waren, bekämpften sich gegenseitig immer wieder. Auch stellten sie sich gegen Makedonien. Das hatte zur Folge, dass sich erstmals das römische Reich einmischte und gegen Makedonien zog.

Makedonien hatte immer wieder versucht, abermals die Herrschaft über Griechenland zu erlangen. Doch nach der Schlacht von Pydna 168 v. Chr. war dies nicht mehr möglich. Rom verkündete die Freiheit von Griechenland, erklärte dieses Land aber 146 v. Chr. zur römischen Provinz.

Zwar war die unabhängige politische Geschichte des antiken Griechenlands damit beendet, doch seine Kultur überlebte. Vor allem Kaiser Nero, der später in der Geschichte nicht sehr gut abschnitt, sorgte für die Weiterführung der griechischen Kultur. So musste der Adel Roms beispielsweise nicht nur Latein, sondern auch Griechisch beherrschen. Die griechischen Götter wurden von den Römern umbenannt und zu ihren Eigenen gemacht. Und schließlich blieb Athen noch bis Mitte des 6. Jahrhunderts nach Christus ein wichtiges Zentrum für antike Bildung.