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Küss den Pfennig!

5 Bytes hinzugefügt, 15:23, 5. Sep. 2009
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Als der Wirt das hörte, wurde er noch zorniger und so kam es zu einem lauten Streit. Im ganzen Haus waren die schreienden Stimmen zu hören. Auch Paracelsus bekam mit, warum gestritten wurde. Er kam aus seinem Zimmer und fragte, ob er vermitteln könne. Der Wirt schrie ihn aber nur an: „Sie sind der letzte, der hier irgendetwas zu sagen hat, bezahlen sie endlich ihre Rechnung, sonst können sie gleich mitgehen mit den beiden!“ Paracelsus aber machte keine Anstalten zu bezahlen und so kramte Marie nach ihren Ersparnissen. Gerade als sie dem wütenden Wirt das Geld überreichen wollte, hielt der Arzt ihre Hand zurück. Er kramte in seiner Westentasche und fand eine Messingmünze. Diese gab er dem Wirt und betonte, dass dies eine kleine Anzahlung sein solle. Wutentbrannt über die fast wertlose Messingmünze schrie er: „Das nennen sie eine Anzahlung? Sie sind ein unverschämter Lügner und Betrüger, der diesen Messingpfennig ebenso wenig zu Gold machen kann, wie mein Sohn dieses Mädchen zur Frau bekommt!“ und warf den Messingpfennig zu Boden. Da blickte Paracelsus den Wirt ruhig an und fragte ihn: „Haben sie das ernst gemeint? Wollen sie das Versprechen halten das sie eben gegeben haben? Wenn ich den Pfennig in Gold verwandle, dann dürfen Maria und Josef heiraten?“
„Sowahr ich hier stehe und lebe!“, bekräftigte der Wirt seine Aussage. Der Gast sagte zum Wirt, er möge doch den Messingpfennig aufheben und genauer betrachten. Dieser tat unwillig wie ihm empfohlen wurde und wurde plötzlich ganz blass. Je näher er die Münze sahansah, desto eher konnte er die Veränderung feststellen. Es war plötzlich ein glitzernder, schwerer Goldklumpen. „Ich glaube damit ist meine Rechnung bezahlt! Aber nun halten sie ihr Versprechen und erlaubt eurem Sohn die Hochzeit mit der Frau seines Herzens!“, sagte das Männlein bevor es seinen Rucksack packte und den Gasthof „Zum Schwarzen Adler“ für immer verließ.
Das junge Paar war überglücklich, denn der Vater stimmte der Hochzeit zu. Hans Wangler aber blieb noch lange stehen und blickte verzückt auf seinen Goldklumpen. Immer und immer wieder bedeckte er ihn mit Küssen. Die Geschichte vom Goldwunder im Wirtshaus verbreitete sich schnell. Viele WienerInnen kamen in das Gasthaus um sich die Geschichte erzählen zu lassen. Der Wirt machte mit so vielen Gästen natürlich ein prächtiges Geschäft und wurde immer noch reicher. Sooft er den Goldklumpen aus seinem Versteck nahm, küsste er diesen. Und so erhielt das Gasthaus den Namen „Küssdenpfennig“.
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