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Der Schusterstein bei Grein

Version vom 2. Januar 2020, 12:02 Uhr von Ahofbauer (Diskussion | Beiträge) (Maintenance data migration)
Der Zaubertrank - Mysticsartdesign pixabay.com, CC0 1.0



Auf dem Felsvorsprung unterhalb der Burg Werfenstein soll der Schuster ein Paar Schuhe genäht haben. - Pfeifferfranz commons.wikimedia.org, CC BY-SA 3.0

Im Städtchen Grein, an einer klippenreichen Engstelle der Donau, geschah es einmal, dass ein junger Schuster die Tochter eines Ratsherrn heiraten wollte. Doch das schöne Mädchen lachte nur über den jungen Schuster. Da ging er eines Abends zu einem alten Weib, das als Hexe verschrien war, um sich von ihr helfen zu lassen. Das alte Weib mischte dem Schuster einen Liebestrank.


In den Tagen darauf sollte der Schuster gerade ein zierliches Paar Schuhe für das geliebte Mädchen herstellen. Als die Ratstochter an einem heißen Tag ihre Schuhe abholte, bot er ihr ein Glas Wasser an. Heimlich mixte er den Zaubertrank hinzu. Durstig trank das Mädchen davon und noch am selben Tag erkrankte es. Da es sich die schwere Krankheit nicht erklären konnte, gab das Mädchen dem Wasser die Schuld. Daraufhin eilte ihr Arzt zum Schuster. Als der junge Mann von der schweren Krankheit seiner Angebeteten erfuhr, gestand er seine Tat. Sogleich wurden die angebliche Hexe und der Schuster ins Gefängnis geworfen. Das alte Weib starb bald darauf im Kerker. Der Schuster jedoch wurde zum Tode verurteilt.


Die Tochter des Ratsherrn war inzwischen wieder gesund. Als sie von der Verurteilung des jungen Mannes erfuhr, tat er ihr so Leid, dass sie für ihn um Gnade flehte.


So entschied der Richter, dass ein Gottesurteil über die Schuld oder Unschuld des Schusters entscheiden sollte. Er verkündete: "Wenn der Schuster auf der hohen Felsspitze über dem Strudel der Donau ein Paar Schuhe nähen kann, so soll er frei sein!"


Am Tag des Gottesurteils standen die Bewohner von Grein dicht gedrängt am Ufer und blickten erwartungsvoll auf die schwindelerregende Felsspitze. Der Schuster kletterte aber geschickt und sicher hinauf. Oben ließ er sich nieder, nahm Leder und Werkzeug aus seinem Rucksack und begann zu arbeiten.


Am Abend waren die Schuhe fertig. Flink kletterte der Schuster wieder hinunter. Am Ufer der Donau wurde er mit lautem Jubel empfangen. Die Tochter des Ratsherrn fiel ihm um den Hals und versprach ihn zu heiraten.


Bis heute heißt der Felsen, auf dem der Schuster so wagemutig gearbeitet hatte, "Schusterstein".

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