Der Wiener Eulenspiegel: Unterschied zwischen den Versionen

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Version vom 22. August 2011, 11:41 Uhr


Till Eulenspiegel wurde zu Beginn des 14. Jahrhunderts in Deutschland geboren und verübte zahlreiche Narrenstreiche. Dies machte ihn sehr berühmt.

Auch in Wien gab es solche Schalksnarren. Eine Erzählung aus Erdberg gibt solch eine Episode wieder:

Eine Frau weidete ihre Kühe auf einer Erdberger Wiese. Sie war sehr unglücklich, da ihre schönste Kuh nicht fressen wollte. Die Frau schilderte einen Handwerksburschen, der auf dem Weg zur Stadt war, ihre Sorgen.

"Die Kuh hat sicher den Zips", sagte der Bursche, "das ist eine Krankheit, die eine Hexe über das Vieh gebracht hat."

"Mein Gott, gibt es dagegen ein Mittel?", jammerte die Frau.

"Oh doch", feixte der Schalk, "man muss der Kuh nur einen Gegenzauber um den Hals hängen. Könnt Ihr schreiben?"
"Nein."
"Gut, dann werde ich einen wirkungsvollen Zauber schreiben."

Der Bursch riss eine leere Seite aus seinem Wanderbuch, schrieb einige Zeilen und hängte das Blatt an einem Wollfaden um den Hals der Kuh.

"Ihr müsst mir nun noch sieben Silbergroschen geben. Sonst wirkt der Zauber nicht!"


Hocherfreut kramte die Frau das Geld hervor, gab es dem Burschen dankend und winkte ihm, als er weiter Richtung Stadt zog.

Doch der Zauber wirkte nicht. Die Frau warf dem Tier das beste Gras vor, doch die Kuh wurde nur dünner und dünner. Schließlich erzählte die Frau dem Pfarrer von ihrer Geschichte. Dieser grinste und bat sie, den Zettel zu holen. Nachdem er ihn gelesen hatte, musste er herzlich lachen und las den Text dann der Frau vor:

"Frisst du, gedeihst du,
frisst du nicht, so gedeihst du nicht,
sieben Groschen sind mein Gewinn,
ich fahr dahin."

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