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Eichkätzchen, Eichkater, Oachkatzl, alle diese Namen stehen für ein und dasselbe Säugetier, nämlich das Eichhörnchen.

Der Name Eichhörnchen stammt aus dem Indogermanischen. Entweder kommt er von dem Wort „aig“, das „heftig“ und „schnell bewegt“ bedeutet, oder aber er stammt von dem Wort „aik“ für „Eiche“ ab.

Eigentlich sind es eher scheue Tiere, die den Kontakt zum Menschen meiden. Doch manchmal sind sie auch recht zutraulich. Im Tiergarten Schönbrunn sind dieser kleinen Nager so an die Menschen gewöhnt, dass du sie ganz aus der Nähe betrachten kannst. Im Kurpark von Bad Tatzmannsdorf (Burgenland) lassen sie sich sogar von der Hand füttern.


Handfütterung


Inhaltsverzeichnis

Aussehen

Eichhörnchen haben einen schlanken Körper und einen buschigen Schwanz. Sie sind etwa 20 bis 25 Zentimeter lang. Das Fell der Eichhörnchen ist rot oder schwarzbraun. Außerdem haben sie einen weißen Bauch. Ihr Schwanz erreicht eine Länge von etwa 17 bis 20 Zentimeter. Damit ist er fast genauso lang wie der restliche Körper des Tieres.

An den Ohren der Eichkätzchen (so werden Eichhörnchen auch genannt) befinden sich Haarbüschel. Diese werden auch Pinsel genannt. Oft erscheinen die Pinsel nur im Winter.

Die Vorderbeine der Eichhörnchen haben je vier die Hinterbeine je fünf Zehen. Die starken Krallen an den Zehen helfen den Tieren, sich an der glatten Rinde der Bäume anzuklammern.

Der buschige Schwanz dient beim Klettern über dünnes Geäst als „Balancierstange“. Beim Sprung ist er das Steuer und der Fallschirm. Sogar beim Schlafen hat der Schwanz eine Aufgabe zu erfüllen. Er dient als Bettdecke.


Lebensraum

Eichhörnchen gibt es fast in jeder bewaldeten Region Europas und Asiens.

Das Leben des Eichhörnchens spielt sich zum größten Teil in den Baumkronen ab. Du kannst die lustigen und flinken Eichhörnchen auch oft im Park beobachten, wenn sie die Baumstämme auf und ab klettern oder geschickt von Ast zu Ast springen.

Die richtige Heimat dieser Nagetiere ist aber der tiefe Wald. Sie finden dort alles, was sie zum Leben brauchen.


Nest

 
Kobel eines Eichhörnchens

Eichhörnchen bauen ihr Haus in einer Astgabel. Das Häuschen wird aus Reisig und Moos geflochten. Außen ist es mit Blättern verkleidet und innen mit Gras, Moos und Federn gepolstert. Das kugelige Nest wird Kobel genannt.

Das Nest hat einen Haupteingang und einen Fluchtausgang in der Nähe des Stammes. Diesen Fluchtweg benutzen sie, wenn ihnen im Nest Gefahr droht. Selbst im Schlaf spüren Eichhörnchen die feinen Schwingungen, die ein sich nähernder Marder verursacht. Blitzschnell huschen sie dann aus ihrem Kobel und flüchten.


Ernährung

Eichhörnchen sind Allesfresser. Ihre Lieblingsspeise sind Samen, Nüsse und kleine Früchte. Aber auch Knospen, Pilze, Insekten und Schnecken schmecken ihnen. Leider plündern die kleinen Eichhörnchen manchmal die Nester von Singvögeln, was sie vor allem bei Vogelfreunden unbeliebt macht.

Wenn sich Eichhörnchen über die Samen von Nadelhölzern hermachen, packen sie die Zapfen mit ihren Vorderpfoten und raspeln mit den Zähnen die Schuppen ab. So kommen sie rasch zu den begehrten Samen heran. An einem einzigen Tag braucht ein Eichhörnchen etwa 100 Zapfen um satt zu werden.

Gibt es viel zu fressen, legen Eichhörnchen Vorratslager an. Sie tragen Samen und Nüsse zusammen und verstecken diese in Baumhöhlen, verlassen Vogelnestern oder vergraben sie am Fuß von Bäumen. Haben sie im Winter Hunger, so suchen sie nach ihren Vorräten. Auf diese Weise können Eichhörnchen den Winter gut überstehen.


Balz

Eichhörnchen sind Einzelgänger. Im Frühjahr aber, wenn die Balz beginnt, dringen Eichkater in die Reviere der Weibchen ein. Rivalisierende Männchen jagen sich unter aufgeregtem „Kekkern“ rund um die Stämme. Der Sieger nähert sich dem Weibchen. Anfangs wird er aber von diesem mit Drohgebärden und Scheinangriffen abgewehrt.

Bei den wilden Verfolgungsjagden, den Scheinangriffen und Abwehrkämpfen lernen sich das Männchen und das Weibchen langsam kennen.

Zur Balz gehören auch das Schwanzwedeln beider Partner und das Imponierlaufen des Männchens. Es kann viele Stunden oder gar Tage dauern, bis die gegenseitige Scheu überwunden ist und ein Paar zusammenfindet. Nach der Paarung vertreibt das trächtige Weibchen den Partner wieder aus dem Nest. Es duldet ihn auch nicht mehr in der Nähe.

Die Paarungszeit der Eichhörnchen dauert übrigens vom Frühjahr bis in den Sommer. In guten Jahren (wenn genügend Futterangebot herrscht) paaren sie sich sogar zwei Mal.


Nachwuchs

Meist baut jedes Eichhörnchen mehrere Nester in seinem Revier. Der gut gebaute Kobel dient dann als Kinderstube.

Nach etwa 38 Tagen Tragzeit wirft das Weibchen zwischen drei und fünf Junge. Sie sind anfangs noch nackt und blind. Sie sind Nesthocker.

Nachdem Eichhörnchen Säugetiere sind, versorgen sie ihren Nachwuchs mit Muttermilch.

Die Jungen verlassen erst im Alter von sechs bis sieben Wochen erstmals das Nest. Zu dieser Zeit werden sie von ihrer Mutter aber schon mit fester Nahrung versorgt.

Im Alter von zwei Monaten sind die Kleinen dann selbstständig. Eichhörnchen können übrigens zehn bis zwölf Jahre alt werden.


Winterruhe

Eichhörnchen brauchen einen Wintervorrat, denn sie verfallen in keinen echten Winterschlaf – sie halten Winterruhe.

Einen Teil der herbstlichen Ernte legen die Eichhörnchen als Wintervorräte an. Das Sammeln ist als Instinkthandlung ererbt. Dieses Verhalten ist immer gleich: Loch scharren – Nuss ablegen – mit der Schnauze stoßen – Zuscharren und Festdrücken der Erde.

Meist werden die Vorratslager so angelegt, dass das Versteck die Wurzeln eines Baumes berührt.

Jeweils nach einigen Tagen Ruhe verlassen die Eichhörnchen ihrer Nester um nach Nahrung zu suchen. Die vergrabenen Vorräte können sie bis zu 30 Zentimeter unter der Erdoberfläche wittern. Natürlich werden nicht alle Schätze wiederentdeckt. Auf diese Weise sorgen sie dafür, dass so mancher neuer Baum und Strauch wächst.

Ist das Wetter nass und kalt, klettert das Eichhörnchen rasch zurück ins wärmende Nest. Ab und zu wird wieder eine Nuss ausgegraben, bis endlich die Frühlingssonne scheint.


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