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Niederösterreich


Karte von Niederösterreich - AleXXw commons.wikimedia.org, CC0 1.0





Das Wappen von Niederösterreich - Michael Glanznig commons.wikimedia.org, CC0 1.0

Das Bundesland Niederösterreich liegt im Nordosten von Österreich. Es ist flächenmäßig das größte Bundesland.

Niederösterreich teilt sich in vier Viertel:
Weinviertel, Waldviertel, Mostviertel und Industrieviertel.

Das Wald- und Weinviertel liegen nördlich der Donau, während sich das Most- und das Indutrieviertel südlich der Donau befinden.

Wenn du mehr über Niederösterreich und seine Besonderheiten erfahren willst, lies einfach weiter.


Steckbrief

Bundesland: Niederösterreich
Größe/Fläche: 19 177,78 km²
Einwohnerzahl: 1 617 455 (Anfang 2012)
Landeshauptstadt:


St. Pölten
(51 688 Einwohner - Anfang 2010)
Größtes Gewässer: Donau
Höchster Berg: Schneeberg (2 076 Meter)
Bodenschätze:







Erdöl und Erdgas
Gips
Graphit
Kalkstein
Quarzsand
Ton
Lehm
Granit


Die niederösterreichischen Landesfarben: blau-gelb - Jon Harald Søby commons.wikimedia.org, CC0 1.0


Inhaltsverzeichnis

Geschichte


 
Neandertaler (Rekonstruktion) - Ökologix commons.wikimedia.org, CC0 1.0



 
Venus von Willendorf - MatthiasKabel commons.wikimedia.org, CC BY-SA 3.0



 
Carnuntum (öffentliches Bad - Überreste) - Vladimir Drzik commons.wikimedia.org, CC0 1.0

Erste Besiedelung

Niederösterreich hat eine sehr lange Geschichte. Schon vor etwa 45.000 Jahren war dieses Bundesland besiedelt. Damals lebte der Neanderthaler in der Gegend des heutigen Niederösterreichs.

Die älteste Grabstelle Österreichs stammt aus der Eiszeit. Sie ist zirka 27.000 Jahre alt und liegt in der Umgebung von Krems. In diesem Gebiet wurde auch die älteste Frauenstatue der Welt gefunden: die Venus vom Galgenberg. Sie ist etwa 30.000 Jahre alt und zeigt eine tanzende Frau.

Auch einer der bedeutendsten Funde der Steinzeit stammen aus Niederösterreich: die Venus von Willendorf (Wachau). Sie ist 11 cm hoch und wird auf ein Alter von 25.000 Jahren geschätzt.

In der damaligen Zeit war hauptsächlich die Gegend der Donau besiedelt. Es war die Zeit der sogenannten Jäger und Sammler. Die Menschen hatten jedoch keine fixen Siedlungen, sondern zogen wie Nomaden umher.

Vor rund 8.000 Jahren wurden die Menschen in Niederösterreich sesshaft, und sie begannen das Land zu bestellen. Damit war der Grundstein für den Ackerbau gelegt.


Kelten und Römer

Vor etwa 2.200 Jahren lebten die Kelten im niederösterreichischen Voralpenraum. Ihr Gebiet war das sogenannte Noricum - der erste und einzige Keltenstaat.

Die Kelten hielten sich allerdings nur etwa 200 Jahre. Schon bald mussten sie den Römern weichen. Das Gebiet südlich der Donau wurde in die römische Provinz "Pannonia" eingegliedert. Die Hauptstadt der von Pannonia war Carnuntum.

Aber auch die Römer mussten das Land wieder verlassen. Schon ab dem 6. Jahrhundert nach Christus besiedelten die Awaren und Slawen das Gebiet des heutigen Niederösterreichs.


Karolinger und Babenberger


 
Niederösterreich (Marcha Orientalis) zur Zeit Karls des Großen - Josef Moser commons.wikimedia.org, CC BY-SA 3.0



 
Leopold III. - Wolfgang Sauber commons.wikimedia.org, CC BY-SA 3.0 DE



 
Urkunde Ostarrichi - Otto III. commons.wikimedia.org, CC0 1.0



 
Zweite Türkenbelagerung (1683) - Franz Geffels commons.wikimedia.org, CC0 1.0





 
Die Besatzungszonen in Österreich (1945-1955) - Christoph Lingg commons.wikimedia.org, CC0 1.0

Karl der Große, der Frankenkönig, übernahm 788 nach Christus das Herzogtum Bayern und errichtete östlich davon die "Awarenmark". Damit stand das Gebiet unter der Herrschaft der Karolinger. Kurze Zeit später gehörte das gesamte Reich Karls des Großen zum Ostfrankenreich. Die ehemalige "Awarenmark" wurde zur Provinz Marcha Orientalis (Mark im Osten). Ihre Grenze waren im Westen die Enns und im Osten die March und die Leitha. Das ist etwa das Gebiet des heutigen Niederösterreichs.

Bereits 760 wurde in St. Pölten übrigens ein erstes Kloster errichtet.

Im Jahr 907 geriet Niederösterreich unter die Herrschaft von Ungarn, die aber nur kurz andauerte. Die Babenberger übernahmen die Markgrafschaft (ab 970 nach Christus).


Zur Zeit Leopolds III.

Große Dienste für das Land leistete Leopold III., der später heilig gesprochen wurde. Leopold wurde vor allem durch die Gründung und Errichtung des Klosters in Klosterneuburg berühmt. Heute ist der heilige Leopold Landespatron von Wien und Niederösterreich. Im zu Ehren sind am 15. November alle Schulen und Banken der beiden Bundesländer geschlossen.

Zur Zeit Leopolds und seiner Nachfahren wurde die Markgrafschaft weiter ausgedehnt (in Richtung Steiermark und Oberösterreich). Der Name des Gebietes "Ostarrichi" wurde 996 erstmals urkundich erwähnt. Im Jahr 1156 wurde die Mark zum Herzogtum erhoben.

13. bis 19. Jahrhundert

Mitte des 13. Jahrhunderts wurde das Gebiet in vier Teile geteilt und etwa 100 Jahre später wurde die Grenze zur Steiermark festgelegt. Das heutige Niederösterreich wurde zum "Österreich unter der Enns". Ab 1278 nach Christus hatte Ostarrichi wieder neue Landesherren. Sie blieben es bis 1918 - also bis zum Ausbruch des Ersten Weltkrieges.

In den darauffolgenden Jahrhunderten kam es immer wieder zu großen Erbstreitigkeiten und Fehden. Der Einfall der Türken in den Jahren 1529, 1532 und 1683 verwüstete das Land stark. Nachdem Niederösterreich und Wien wieder befreit waren, wurde das Land zum zentralen Gebiet für die habsburgische Großmacht.

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts begann in Wien und Niederösterreich langsam die Industrialisierung. Die erste Eisenbahn fuhr 1838 von Floridsdorf nach Deutsch-Wagram. Nach und nach wurde das Schienennetz weiter ausgebaut.


Ab 1900

Erst in den Jahren 1920 bis 1922 wurden Niederösterreich und Wien in zwei Bundesländer geteilt. Der Landtag und die Landesverwaltung blieben aber noch bis 1997 in der heutigen Bundeshauptstadt.

Während des 2. Weltkrieges erlitt Niederösterreich große Schäden durch unzählige Bombenangriffe. Nach Beendung des Zweiten Weltkrieges wurde das Land von der Sowjetarmee eingenommen. Es blieb bis 1955 sowjetische Besatzungszone.

1986 wurde schließlich St. Pölten zur Landeshauptstadt von Niederösterreich ernannt. Seit 1997 befindet sich dort auch der Landtag, die Landesregierung und die Landesverwaltung.


Geografie


 
Die "Viertel" von Niederösterreich - Plp commons.wikimedia.org, CC BY-SA 3.0



 
Die March - Stanislav Doronenko commons.wikimedia.org, CC BY 2.5



 
Der Schneeberg - Michael Schletz commons.wikimedia.org, CC0 1.0

Das Bundesland Niederösterreich grenzt an Tschechien im Norden und an die Slowakei im Nordosten. Im Westen wird es durch Oberösterreich, im Süden durch die Steiermark und im Südosten durch das Burgenland begrenzt. Wien wird von Niederösterreich komplett umschlossen.


Niederösterreich ist in vier Viertel geteilt: nördlich der Donau liegen das Waldviertel und das Weinviertel, südlich der Donau liegen das Mostviertel und das Industrieviertel.

Für das Waldviertel und das Wienviertel ist der Manhartsberg die Trennlinie, deshalb wird in das Land ober (= Waldviertel) und unter (= Wienviertel) dem Manhartsberg unterschieden. Für das Most - und das Industrieviertel ist der Wienerwald entscheidend, das Mostviertel wird als das Viertel ober dem Wienerwald und das Industrieviertel als das Viertel unter dem Wienerwald bezeichnet.


Das größte Gewässer von Niederösterreich ist die Donau. Bis auf die Lainsitz im nördlichen Waldviertel fließen alle Flüsse des Bundeslandes in den Donaustrom. Weitere wichtige Flüsse von Niederösterreich sind der Kamp, die Krems, die March, die Enns, die Ybbs, die Triesting, die Leitha, die Schwarza und die Schwechat.

In Niederösterreich gibt es auch eine ganze Menge an Bergen. Der Höchste von ihnen ist der Schneeberg im Südosten des Bundeslandes. Bekannte Berge des Bundeslandes sind etwa der Ötscher (1 892 m), das Hochkar (1 808 m), die Rax (1943 m - die höchste Erhebung liegt in der Steiermark mit 2 007 m), oder der Anninger (675 m).

Über die beiden Alpenübergänge (Semmering und Wechsel) läuft die Grenze zur Steiermark.


Wirtschaft


 
Die Shopping City Süd - Christoph Leeb commons.wikimedia.org, CC BY-SA 3.0



 
Landwirtschaft im Weinviertel - Wolfgang Glock commons.wikimedia.org, CC BY 3.0

Nach dem Zweiten Weltkrieg stockte die Wirtschaft in Niederösterreich. Das Bundesland war sowjetische Besatzungszone. Viele Fabriken wurden nicht wieder aufgebaut oder sie mussten für das Besatzungsland arbeiten. Erst nach 1955 - also nach dem Abschluss des Staatsvertrages - konnte mit dem Wiederaufbau begonnen werden.

Die größten Betriebe von Niederösterreich befinden sich entlang der Thermenlinie im Industrieviertel. Es haben sich hier - vor allem in den Gemeinden Mödling, Wiener Neudorf, Guntramsdorf und Traiskirchen - richtige Industriegebiete entwickelt, die ein Menge Arbeitsplätze bieten. Das Größte dieser Gebiete ist das IZ NÖ Süd (Industriegebiet Niederösterreich Süd).

Doch nicht nur die Industrie sorgt für den wirtschaftlichen Wohlstand des Bundeslandes. Auch der Tourismus und die Landwirtschaft spielen hierbei eine große Rolle. So sind etwa 43% der Fläche von Niederösterreich Ackerland und 40% Waldfläche. Auch der Weinbau ist für die Region recht wichtig. Dieser wird vor allem im Weinviertel, in der Wachau und in der Thermenregion betrieben.


St. Pölten

 
St. Pölten



 
Das Rathaus von St. Pölten

Niederösterreich hat über 1,6 Millionen Einwohner und Einwohnerinnen, davon leben etwas mehr als 50.000 in St. Pölten.

St. Pölten ist die größte Stadt von Niederösterreich und seit 1986 die Landeshauptstadt. Das bedeutet, hier ist der Sitz der Landesregierung. Vor 1986 war der Regierungssitz für Niederösterreich in Wien.

Zwischen 1920 und 1922 wurde Wien ein eigenes Bundesland. Trotzdem war es weiterhin die Landeshauptstadt von Niederösterreich. Das blieb so bis 1986. Durch eine Volksbefragung wurde St. Pölten zur Landeshauptstadt gewählt.

Das Stadtbild von St. Pölten ist von Bauten aus der Barockzeit geprägt. Daneben gibt es Bauwerke aus der Romantik und Gotik bis zum Jugendstil der Jahrhundertwende.

Die Altstadt befindet sich an der Stelle, wo vom 2. bis zum 4. Jahrhundert die Römerstadt Aelium Cetium stand. Im Jahr 799 wurde der Ort als "Treisma" urkundlich erwähnt. St. Pölten hat das älteste verbriefte Stadtrecht Österreichs, nämlich seit 1159.


Sagen und Geschichten

Sonstiges