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Oberösterreich

Version vom 12. Dezember 2010, 18:29 Uhr von Ehofbauer (Diskussion | Beiträge) (Sagen und Geschichten)


Karte von Oberösterreich








Das Wappen von Oberösterreich

Das Bundesland Oberösterreich liegt im Norden Österreichs.

Es wird in 4 Viertel unterteilt:

  • Mühlviertel
  • Hausruckviertel
  • Traunviertel
  • Innviertel

Die Landschaft dieses Bundeslandes ist sehr unterschiedlich. Das kommt an den Anteilen am Granitbergland, am Alpenvorland und an den Alpen.

Die vielen Seen und hohen Berge machen das Land zu einem beliebten Urlaubsziel im Sommer und im Winter.


Steckbrief

Bundesland: Oberösterreich
Größe/Fläche: 11 981,92 km²
Einwohnerzahl: 1 411 606 (Anfang 2010)
Landeshauptstadt:


Linz
(189 311 Einwohner - Anfang 2010)
Größter See: Attersee
Wichtige Flüsse:

Inn
Donau
Höchster Berg: Hoher Dachstein (2 995 m)
Bodenschätze:







Erdöl und Erdgas
Kalkstein
Quarzsand
Ton
Granit
Kiessand
Kalkstein
Lehme


Die oberösterreichischen Landesfarben: rot-weiß


Inhaltsverzeichnis

Geschichte



 
Österreich zur Römerzeit; rot: Noricum

Von den Neandertalern bis zu den Römern

Das Gebiet des heutigen Oberösterreichs war bereits von Neandertalern bewohnt. Das ist etwa 130 000 Jahre her. Die Neandertaler wurden vor ungefähr 30 000 Jahren vom Homo sapiens abgelöst. Zahlreiche Funde aus der Altsteinzeit und der Jungsteinzeit belegen, dass die Menschen an den Ufern der Donau schon vor 8 000 Jahren sesshaft wurden.

Sehr bedeutend in der Jungsteinzeit war die Mondseekultur. Diese zeichnete sich durch Pfahlbausiedlungen in ufernahen Gebieten aus.

Vor etwa 2 500 Jahren wurde im Salzkammergut mit dem Abbau von Salz begonnen. Die Kelten, die ab etwa 450 vor Christus im Voralpenraum lebten, gründeten den Staat Noricum, der 15 v. Chr. ein Teil des Römischen Reiches wurde. Wels (damals Ovilava) wurde zur Hauptstadt von Ufernoricum, das südlich der Donau lag.

Die bedeutendste römische Stadt im heutigen Oberösterreich war Lauriacum (heute Lorch). Diese Stadt hatte in ihrer Blütezeit etwa 30 000 Einwohner. Bis 488 n. Chr. war die Stadt Bischofssitz. Sowohl Ovilava als auch Lauriacum fielen Mitte des 5. Jahrhunderts den Hunnen zum Opfer.


6. bis 12. Jahrhundert

 
Herzog Leopols VI.

Ab etwa dem 6. Jahrhundert wurde das heutige Oberösterreich von den Awaren und den Slawen besiedelt. Das Land wurde schließlich von den Bayern übernommen, deren Gebiet nach und nach im Osten bis zur Enns und im Süden bis Südtirol ausgeweitet wurde.

Die Babenberger erwarben 976 n. Chr. das östliche Mühlviertel. Die Grafen von Lambach übernahmen knapp 60 Jahre später die Markgrafschaft Steiermark. Mit zu diesem Gebiet gehörte der Traungau, dessen Hauptburg Steyr war. Damals gehörte also ein großer Teil von Oberösterreich zur Steiermark.

Ende des 12. Jahrhunderts wurde die Steiermark und das westliche Mühlviertel unter die Herrschaft des Babenberger Herzogs Leopold V. von Österreich und dessen Sohn Friedrich gestellt. Linz war bis dahin noch Tel von Bayern. Erst 1210 n. Chr. wurde es gemeinsam mit Enns und Wels von Leopold VI. erworben.

Nach dem Tod des letzten Babenbergers wurde der Traungau von der Steiermark getrennt.


Das Land ob der Enns

 
Maximilian II.


 
Innviertel (1779)

Mitte des 13. Jahrhunderts wurde erstmalig eine eigenständige adelige Gerichts- und Landesgemeinde im Gebiet zwischen Ybbs und Hausruck unter dem Namen „oberes Österreich“ (Austria superior) erwähnt. Der Landrichter von Oberösterreich, Konrad von Sumerau, gilt als erster oberösterreichischer Landeshauptmann.

Das erste eigene Wappen erhielt das Land nach dem Sieg der Habsburger über die Grafen von Schaunberg. Das war um 1390.

Die Einteilung in die oberösterreichischen Viertel erfolgte im Jahr 1478. Diese waren das Hausruckviertel, das Traunviertel, das Mühlviertel und das Marchlandviertel. Das gesamte Gebiet wurde damals als „Land ob der Enns“ bezeichnet.

Im Zuge der Habsburgischen Länderteilung im Jahr 1564 kam Oberösterreich zusammen mit Niederösterreich und den böhmischen Ländern an den römisch-deutschen Kaiser Maximilian II.

1779 wurde das Innviertel, das vorher zu Baiern gehört hatte, ein Teil von Oberösterreich. Erst nach dem ersten Weltkrieg (1918) wurde der Name Oberösterreich als offizieller Name für die Region bestimmt.

Nach dem 2. Weltkrieg war Oberösterreich südlich der Donau von den USA und nördlich der Donau von den Russen besetzt. Nach der Besatzungszeit begannen der Ausbau des Straßennetzes und die Elekrifizierung des Eisenbahnnetzes. Auch die beiden Donauhäfen in Linz und Enns wurden ausgebaut, sowie ein Zivilflughafen in Linz-Hörsching errichtet.

Oberösterreich entwickelte sich vom Agrarland zum wichtigsten Industrieland Österreichs.


Geografie

 
Landschaft im Mühlviertel


 
Obernberg am Inn


 
Steyr - Altstadt

Das Bundesland Oberösterreich grenzt im Westen an Deutschland und im Norden an Tschechien. Im Osten von Oberösterreich liegt Niederösterreich, im Süden die Steiermark, und im Südwesten grenzt das Land an Salzburg.

Das Bundesland Oberösterreich wird traditionellerweise in vier Gebiete unterteilt:

  • Das Mühlviertel liegt nördlich der Donau und grenzt im Norden an den Staat Tschechien. Es ist ein hügeliges und waldreiches Gebiet. Aus dem starken Getreideanbau in der Region lässt sich der Name Mühlviertel schließen, denn das Getreide muss erst gemahlen werden, bis es als Mehl im Geschäft gekauft werden kann. Die weitläufigen Wälder im Mühlviertel liefern viel Holz, das in den unzähligen Tischlereien verarbeitet wird.
  • Das Hausruckviertel ist ebenfalls ein fruchtbares Hügelland zwischen den beiden Flüssen Traun und Inn. Dort erheben sich die Rücken des Hausruck und des Kobernaußer Waldes, die im Alpenvorland die höchsten Berge aufweisen.
  • Das Innviertel grenzt im Westen an Deutschland. Hier bilden der Inn und die Salzach eine natürliche Staatsgrenze. Das Innviertel wird durch seinen fruchtbaren Boden als Kornkammer Oberösterreichs bezeichnet.
  • Das Traunviertel liegt zwischen den Flüssen Traun und Enns. Es ist das größte Viertel Oberösterreichs. Das Traunviertel ist weiter unterteilt in die Regionen Oberösterreichischer Zentralraum, Phyrn-Eisenwurzen und das Salzkammergut.


Wirtschaft

 
Der Wolfgangsee - ein beliebtes Urlaubsgebiet

Der Oberösterreichische Zentralraum liegt zwischen Linz, Wels, Traun und Enns. Es ist das wichtigste Industriegebiet des Landes. Über 30% der Einwohner Oberösterreichs leben und arbeiten hier. Im Zentralraum sind mehr als 1 000 Betriebe angesiedelt.

Das Salzkammergut spielt vor allem im Tourismus, der Wald- und Almwirtschaft eine große Rolle. Auch die Energiegewinnung durch Wasserkraft sowie der Salzabbau stellen einen bedeutenden wirtschaftlichen Zweig für die Region dar.

Durch die vielen Seen und hohen Berge ist Oberösterreich sowohl für Sommertouristen als auch für Winterurlauber sehr interessant.


Landeshauptstadt – Linz



 
Linz im Jahr 1594



 
Eröffnung der Pferdeeisenbahn im Jahr 1832

Geschichte

Um 800 n.Chr. wird Linz erstmals urkundlich erwähnt. Durch die Lage am Schnittpunkt der wichtigen Landwege, nämlich der Salzstraße und der Wasserstraße Donau, wurde Linz bald zur bedeutenden Handelsstadt. Der Babenberger Herzog Leopold IV. konnte Linz im Jahre 1210 erwerben.

Ab 1490 erlangte die Stadt als Teilfürstentum 'Österreich ob der Enns' eine gewisse Selbstständigkeit. Der Habsburger Kaiser Friedrich III. wählte Linz sogar als Residenzstadt aus und machte sie so von 1489 bis 1493 zum Mittelpunkt des Heiligen Römischen Reichs.

1497 ließ Kaiser Maximilian I. die erste Brücke über die Donau bauen, um die Wirtschaft anzukurbeln. Nach dem Ende des Dreißigjährigen Kriegs wurde die Stadt barockisiert. Wesentlichen Anteil daran hatten neue Klostergründungen von Orden. 1672 gründete Christian Sint die "Wollzeugfabrik", die erste Texilfabrik Österreichs. Im 18. Jahrhundert wurde diese verstaatlicht; zeitweise arbeiteten dort über 50.000 Menschen! So setzte in Linz früher als in allen anderen österreichischen Städten das industrielle Zeitalter ein.

Die erste Bahn Österreichs war die Pferdeeisenbahn von Linz nach Budweis. Sie wurde im Jahr 1832 von Kaiser Franz Josef I. eröffnet. Bald darauf folgten die Gründung der Schiffswerft (1842) und der Tabakfabrik (1843).

Während des zweiten Weltkriegs (1939 - 1945) ließen die Nationalsozialisten ein Stahl- und ein Stickstoffwerk (damals: Hermann - Göring - Werke, heute: VOEST ALPINE STAHL und CHEMIE PARK LINZ) bauen, um für den Krieg zu rüsten (Rüstungsindustrie). Die Johannes-Kepler-Universität, nach dem Astronomen Johannes Kepler benannt, besteht seit dem Jahr 1966; sie ist die Hochschule für Sozial- und Wirtschaftswissenschaften.


Linz heute



 
Ars-Electronica-Center



 
Die VOEST-Brücke in Linz

Linz ist mit seinen rund 190 000 EinwohnerInnen die drittgrößte Stadt Österreichs. In Linz befinden sich der Sitz des Landtags, der Landesregierung und des Landeshauptmanns. Die Altstadt von Linz ist mit ihren barocken Häusern und Kirchen sehenswert.

Linz war immer schon ein bedeutender Handelsplatz durch die Lage an der Donau. Heute ist Linz eine bedeutende Industriestadt mit der VOEST ALPINE STAHL (Vereinigte Österreichische Eisen- und Stahlwerke) und der Chemiepark Linz (Stickstoffwerk).

Linz hat sich auch als Kunststadt einen Namen gemacht. Das ARS ELECTRONICA CENTER (AEC) nennt sich auch Museum der Zukunft und das Gebäude alleine ist schon ein Blickfang.

Der Hausberg der LinzerInnen ist der Pöstlingberg (537 m) mit der barocken Wallfahrtskirche, die auch das Wahrzeichen der Stadt ist. Vom Pöstlingberg kannst du an schönen Tagen bis nach Bayern sehen. Vor allem aber hast du einen wunderschönen Ausblick auf die Stadt und das Linzer Becken. Die Aussichtsplattform ist auf einem ehemaligen Festungsturm errichtet. Dieser Turm gehört zu einem ehemaligen Fort ( = Befestigungsanlage), in dem heute eine Grottenbahn untergebracht ist. Auf den Pöstlingsberg gelangst du entweder zu Fuß über einen Kreuzweg oder mit der Pöstlingbergbahn.

Linz erlebte in den vergangenen Jahren einen erheblichen Aufschwung als Kulturstadt, Kunststadt und Universitätsstadt. Für das Jahr 2009 wurde Linz von der UNESCO ja sogar zur europäischen Kulturhauptstadt erklärt!


Sagen und Geschichten

Sonstiges