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Der Rattenfänger vom Magdalenengrund

247 Bytes entfernt, 07:02, 25. Aug. 2023
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Ein solcher kleiner Vorort war der Magdalenengrund. Dort standen nur 38 Häuser, die noch dazu recht armselige Hütten waren. Fast alle diese Häuser hatten nur einen einzigen Raum. Sie hatten meist kein Licht, und Wasser gab es auch nur bei wenigen. In den engen Gassen, in denen diese Häuser standen, lebten aber nicht nur Menschen, sondern auch unangenehme Mitbewohner wie Ratten und anderes Ungeziefer. Die Ratten und Mäuse vermehrten sich und wurden zu einer solchen Plage, dass man sich nicht mehr zu helfen wusste. Darum wird diese Gegend bis in unsere Zeit "Der Ratzenstadl" genannt.
Als auch trotz Bittprozessionen und Wallfahrten die Plage immer ärger wurde, trat ein Mann auf, der den Leuten Hilfe versprach. Die Leute kannten ihn nur als einen herumziehenden Musikanten, der keinen besonders guten Ruf hatte. Sie hielten darum nicht viel von seinen Versprechungen. Er versprach ihnen das Gebiet von Ratten zu befreien. Da alles andere nicht geholfen hatte, waren sie mit seiner Hilfe einverstanden.
Eines Morgens schritt der Mann nun in einem grünen Gewand durch die Gassen des Ratzenstadls. Er hatte eine schwarze Flöte bei sich auf der er grelle Töne vor sich hin spielte. Plötzlich kamen aus allen Schlupflöchern die Ratten und Mäuse hervor und zogen in einer riesigen Schar dem Flötenspieler nach. Die Rattenschar wurde immer größer und als der Mann zum Wienfluss kam und dort mit seinen hohen Stiefeln durch das Wasser ging um den Fluss zu überqueren, da folgten ihm die Ratten und Mäuse nach und alle ertranken. Von diesem Tage an war der Ratzenstadl die Gegend frei von Ratten und Mäusen und die Kunde von diesem "Rattenfänger vom Magdalenengrund" wie er danach genannt wurde, verbreitete sich bald in der ganzen Stadt.
Auch in der nahen Stadt Korneuburg hörte man von diesem Ereignis und war sehr an einer solchen Hilfe interessiert, denn auch dort hatten die Ratten schon überhand genommen. Die Stadtväter von Korneuburg ließen den Mann kommen und versprachen, ihn reichlich zu belohnen, wenn er auch diese Stadt von der Rattenplage befreite. Ganz genau wie im Ratzenstadl Wie zuvor machte er es dann auch dortso. Mit seinen Flötentönen, die für normale Ohren ganz schlimm geklungen haben sollen, lockte er auch die letzten Ratten aus den Löchern hervor. Sie alle folgten ihm auf seinem Weg zur Donau. Dort stieg er in ein Boot und fuhr über den Strom. Die Ratten folgten ihm ins Wasser. Nach und nach ertranken alle ohne Ausnahme. So war auch Korneuburg von der Rattenplage erlöst.
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